Sind Nachtzüge 2026 stärker gefragt?

In dieser Untersuchung vergleichen wir die aktuelle Nachfrage und Preise für repräsentative Strecken mit der des Vorjahres.

Sind Nachtzüge 2026 stärker gefragt?
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Wir haben 22 repräsentative Nachtzugverbindungen unter die Lupe genommen – und sie mit derselben Momentaufnahme von vor einem Jahr verglichen. Sind Nachtzüge beliebter geworden?

Die kurze Antwort: Die Verfügbarkeit ist fast genau auf dem gleichen Stand wie vor einem Jahr. Es gibt keinen offensichtlichen „Golfkrieg“-Effekt, der die Leute wegen hoher Kerosinpreise in die Arme der Nachtzugbetreiber treiben würde. Auch die Preise haben sich kaum bewegt.

Im Durchschnitt ist nur etwa ein Zehntel der buchbaren Termine im Sommer bereits ausverkauft (11 Prozent bei den Liegewagen, 13 Prozent bei den Schlafwagen). Während die Situation bei den Schlafwagen fast genau die gleiche ist wie im Vorjahr, haben die Liegewagen etwas an Beliebtheit eingebüsst (11 Prozent ausverkauft gegenüber 18 Prozent im Jahr 2025). Dementsprechend ist ihr Durchschnittspreis um rund 10 € gesunken. Die Preise für Schlafwagen sind praktisch gleich geblieben.

Hinweis: In unserer praktischen Suchmaschine findest du alle Angebote für Nachtzüge:

Wir können erneut bestätigen, dass „ständig ausgebuchte Nachtzüge“ ein Mythos sind. Einen Monat vor Beginn der belebten Sommerzeit ist es immer noch einfach, einen Platz für diesen Zeitraum zu buchen. Wenn man bedenkt, dass viele Leute ihre Ferien Monate im Voraus buchen, würde man bei dieser Behauptung viel mehr ausgebuchte Termine erwarten.

Bei einigen Strecken hat sich die Nachfrage jedoch ziemlich verschoben. Und wie immer gibt es Ausnahmen von der Regel. Schau dir die folgenden Tabellen an, um einen besseren Überblick über die von uns verglichenen Strecken zu bekommen.

Einige Strecken wurden deutlich günstiger

Die Züge zwischen Wien und Italien stechen heraus. Sowohl die Verbindungen Wien → Venedig als auch Venedig → Wien sind im Schlafwagen rund 34–36 € günstiger als im Vorjahr, und auch die Preise für Liegewagen sind gesunken. Auf beiden Strecken waren letztes Jahr an fast jedem Reisedatum Plätze im Sitzwagen verfügbar, und das hat sich nicht geändert – nur die Preise sind gefallen.

Auch bei Berlin–Zürich gab es eine Verschiebung. Sowohl der NJ 408 als auch der NJ 409 sind einfacher zu buchen als letztes Jahr – an mehr Reisedaten sind Schlafwagen verfügbar – und auch etwas günstiger (rund 10 € weniger für einen Schlafwagen, 26–32 € weniger für einen Liegewagen).

Bei Verbindungen in den Norden ist es umgekehrt

Der NJ 470 (Zürich → Hamburg) wurde gleichzeitig noch schwieriger zu buchen und teurer. Letzten Mai war bei etwa der Hälfte der Reisedaten noch ein Schlafwagen verfügbar. Diesen Mai war es nur noch bei rund einem Viertel der Fall. Und der Durchschnittspreis stieg um rund 50 €. Auch der NJ 471 in die andere Richtung hat deutlich an Verfügbarkeit eingebüsst, bei einem ähnlichen Preisanstieg. Das könnte mit dem neuen Nightjet-Rollmaterial zusammenhängen, das letzten Dezember in Betrieb genommen wurde.

Auch die Amsterdam-Verbindungen wurden teurer. Bei den Verbindungen NJ 402 und NJ 403 (Zürich ↔ Amsterdam) stiegen die Preise für Schlafwagen um rund 38–39 €. Der NJ 40421 (Amsterdam → Wien) ist gleichzeitig schwieriger zu buchen und teurer als letztes Jahr.

Rom–München: zuverlässig buchbar, aber teurer

Der NJ 294 und der NJ 295 zwischen Rom und München waren letzten Sommer an fast jedem Reisedatum buchbar – und sind es immer noch. Geändert hat sich der Preis: Schlafwagen sind pro Richtung rund 25 € teurer als vor einem Jahr.

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Unsere Methode Wir haben zum Stichtag 19. Mai alle verfügbaren Angebote für eine erwachsene Person (ohne Rabattkarte) für den gesamten Sommerfahrplan abgerufen. Für jedes Reisedatum und jede Strecke haben wir das günstigste verfügbare Angebot pro Kategorie (Liegewagen oder Schlafwagen) herangezogen. Die Verfügbarkeit ist der Anteil der Sommer-Reisedaten, an denen mindestens ein Angebot buchbar war. Die Preise sind der Durchschnitt dieser günstigsten Angebote über alle verfügbaren Daten. Es werden nur Strecken berücksichtigt, die in beiden Momentaufnahmen vorkommen. Die durchschnittliche Auslastung und die Preise sind nach Anzahl der Abfahrtsdaten gewichtet.