Nachtzüge in Frankreich – die Intercités de Nuit

Mit den französischen Intercités de Nuit betreibt die SNCF ein nach wie vor stolzes Netz an nützlichen Verbindungen in den Süden. Unsere Übersicht.

Nachtzüge in Frankreich – die Intercités de Nuit
In der Metropole Paris einschlafen, am Morgen in den wilden Pyrenäen erwachen. Die Intercités de nuit machen es möglich.

Frankreich hat eine lange Nachtzugtradition – doch über Jahre wurde das Angebot systematisch zurückgebaut. Jetzt, mit wachsendem Interesse an klimafreundlichem Reisen, erlebt der Nachtzug auch in der La Grande Nation ein Comeback. Zwar ist das Streckennetz (noch) überschaubar und es erschliesst vor allem die Regionen südlich von Paris. Doch darunter befinden sich spannende Destinationen wie Toulouse, Dax, Marseille oder Nizza. Das Reisen mit Nachtzügen ist auch in Frankreich ein Erlebnis, man spart Zeit und reist, je nach Wahl und Budget, auch sehr komfortabel.

Die Rückkehr der Nachtzüge in Frankreich

Noch vor wenigen Jahren war der Nachtzug in Frankreich fast verschwunden. Viele Strecken wurden eingestellt, die verbleibenden Verbindungen mit veralteten Zügen betrieben und die Fahrpläne waren unattraktiv. Die Wende kam im Jahr 2021, als der Staat gezielt wieder in den Ausbau der Nachtzugangebote investiert hat – mit dem Ziel, das Bahnangebot auch abseits der TGV-Achsen auszubauen und damit auch weniger gut erschlossene Regionen zu stärken.

Aktuell betreibt die französische Staatsbahn SNCF mehrere Linien der sogenannten INTERCITÉS de nuit, die über Nacht Paris mit den süd- und südwestfranzösischen Regionen verbinden. Sie fahren alle ab dem zentral gelegnen Bahnhof Paris Austerlitz. Mit den Nachtzügen erreicht man von dort schlafend die Provence, L'Occitanie oder Destinationen in der Region Rhône-Alpes. Weitere neue Verbindungen sind übrigens in Planung.

Blick aus dem Nachtzug in die Pyrenäen.
Kurz nach Toulouse erreicht ein Nachtzug nach Latour-de-Carol die Pyrenäen.

Aktuelle Verbindungen (Stand 2026)

Auf folgenden Linien verkehren die Intercités de nuit der SNCF:

Karte der Nachtzüge und Tagzüge nach Paris.
Das Netz der Intercités de nuit. Aus der Schweiz, Deutschland, der Benelux-Staaten sowie aus London schnell zu erreichen.

Ehrlich gesagt sind wir selber immer noch ein bisschen verwirrt von der französischen Fahrplangestaltung (und haben auch nirgends eine definitive Übersicht gefunden). Je nach Saison verkehren die Züge teilweise an allen Wochentagen, dann wieder nicht, dann nur am Wochenende, usw. Dank der nützlichen Kalenderübersicht auf nightride.com siehst du sofort, wann ein Zug fährt (und wann es am günstigsten ist – dazu unten mehr).

Verbindung suchen

Der Bahnhof Austerlitz ist zentral gelegen und einfach von den anderen Pariser Bahnhöfen direkt mit der Métro zu erreichen. Vom Gare de Lyon, dem Zielbahnhof der TGV Verbindungen aus der Schweiz sogar zu Fuss (ca. 10 Minuten Fussmarsch).

Blick in den nächtlichen Gare d'Austerlitz.
Sämtliche Intercités de nuit verkehren ab dem Pariser Bahnhof Austerlitz.

Komfort und Ausstattung

Die Nachtzüge der Staatsbahn SNCF bieten verschiedene Komfortstufen:

  • Sitzwagen: günstig, aber auf Dauer eher unbequem.
  • Liegewagen (Couchettes): mit 4er- oder 6er-Abteilen – funktional, aber eng.

Seit einigen Jahren werden in Frankreich keine Schlafwagen mehr angeboten, stattdessen verkauft die SNCF die Liegewagen in einer ersten und zweiten Klasse. In der ersten Klasse sind jeweils maximal vier Betten belegt, in der zweiten Klasse bis zu sechs Betten. Die Abteile der ersten Klasse sind zudem etwas grösser und die Betten breiter als in der zweiten Klasse. Die Abteile in der ersten Klasse können als Ganzes privat gebucht werden (1-4 Personen, Interrail ausgeschlossen). Zudem wird in den Zügen kostenloses Wifi angeboten. Das Konzept überzeugt vor allem durch seine Einfachheit.

Duschen gibt es keine an Bord, die Toiletten sind in allen Wagen jeweils an den Enden platziert. Zudem gibt es Waschbecken zum Zähneputzen in kleinen abschliessbaren Nischen.

Insgesamt ist der Komfort deutlich einfacher als etwa bei den Nightjets der ÖBB und es gibt kein gastronomisches Angebot an Bord. Die renovierten Wagen sind sauber, funktional und in den Abteilen ist genügend Stauraum vorhanden, es gibt Nachtleuchten und genügend Steckdosen. Zudem liegt ein kleines Säcklein mit den nötigsten Utensilien (Schlafmaske, Ohrenstöpsel und Erfrischungstücher) auf jedem Bett bereit.

Blick in einen hell erleuchteten Gang eines Nachtzuges in Frankreich.
Die funktionale und helle Atmosphäre in den Intercités de nuit.

Aus der Schweiz und Deutschland ein Katzensprung

Paris ist mit den TGV aus der Schweiz (von Genf, Zürich oder Basel) schnell, direkt und komfortabel zu erreichen – und die Anschlüsse an die Nachtzüge sind oft ohne grössere Wartezeiten gewährleistet. Aus Deutschland gibt es Direktverbindungen von Berlin, Köln und Frankfurt nach Paris, u.a. im Eurostar. Und – falls man mehrere Nachtzugfahrten aneinander hängen will – natürlich auch den European Sleeper von Berlin oder Hamburg.

An den Enddestinationen existieren zudem attraktive Möglichkeiten zur Weiterreise zu Zielen in Südfrankreich. Wer mit dem Zug noch weiter bis nach Spanien reisen will, kann Frankreich mit den Intercités de nuit auch über Nacht bestens durchqueren. Besonders erlebnisreich ist die Strecke von Paris über Toulouse nach Latour-de-Carol. Dort besteht eine Verbindung über eine landschaftlich sehr schöne Strecke nach Barcelona - ohne umsteigen zu müssen.

Blick aus dem Fenster der S-Bahn von Latour-de-Carol nach Barcelona.
Blick auf die wilden Pyrenäen aus dem Fenster des Regionalzuges nach Barcelona. Ab Latour-de-Carol ist Barcelona ohne Umsteigen mit einer S-Bahn zu erreichen.
💡
Unsere Empfehlung: Zugegeben, dieser Tipp der Autoren ist einer für Eisenbahn-Nerds – aber nicht nur: Der Bahnhof Latour-de-Carol Enveitg ist bezüglich Eisenbahntechnik nämlich ein Unikum in Europa: dieser eher unscheinbare Gebirgsbahnhof hat drei Spurweiten aufzuweisen – die europäische Normalspur (1435mm), die Spanische Breitspur (1668mm) sowie Schmalspur/Meterspur (1000mm). Auf Letzterer gelangt man mit dem Petit Train Jaune (dem kleinen gelben Zug) nach Villefranche-de-Conflent. Dort wiederum besteht die Möglichkeit zur Weiterfahrt nach Perpignan. Auf dieser Schmalspurstrecke zieht das kleine gelbe Züglein durch die wilden und wunderschönen Landschaften der Pyrenäen, weshalb hier auch Naturfans vollends auf ihre Kosten kommen. Die beiden Autoren, die sonst eher in den wilden Landschaften des Nordens mit Nachtzügen unterwegs sind, empfehlen den Nachtzug in die Pyrenäen nach Latour-de-Carol deshalb wärmstens.

Zwei gelbe Züge des Petit Train Jaune.
Ab Latour-de-Carol verkehrt der Petit Train Jaune nach Villefranche-de-Conflent durch die wilden Pyrenäen.

Tipps zur Buchung

Deine Verbindungen findest du direkt hier auf Night Ride. Für die Buchung wirst du über uns dann auf www.sncf-connect.com weitergeleitet. Das ist die Seite der französischen Staatsbahn SNCF, wo du Tickets und Reservationen kaufen kannst.

Die Preise in den Intercités de nuit sind hochdynamisch. Teilweise gibt es Liegeplätze für unter 50 Euro – das ist echt günstig. Mit den passenden Filtern auf nightride.com (bspw. nur mit Bett, oder privat) findest du in Kürze ein gutes Angebot:

Verbindung suchen

Falls du mit einem Interrail- oder Eurail-Pass unterwegs bist, kannst du deine Käufe für Tickets- und Reservationen auch direkt auf www.interrail.eu vornehmen. Dein Interrail- oder Eurail-Pass kaufst du am besten direkt hier bei Night Ride:

Reise mit dem Interrail-Pass durch Europa

Wir wünschen dir viel Spass bei deiner nächsten Nachtzugreise in Frankreich – bon voyage et dormez bien!